Stehe ich mir selbst im Weg?

Gedankenwelt

Eigentlich war für heute ein anderer Beitrag geplant und über diesen habe ich jetzt lang genug nach gedacht. Soll ich darüber schreiben oder behalte ich es lieber für mich? Aber mit Magnolienherz wollte ich damals den Neustart und damit auch ein ehrliches und offenes Miteinander.

Ich bin langsam wirklich am verzweifeln…

Gestern Abend hatten der Prinz und ich ein sehr langes Gespräch, eines das eigentlich viel früher hätte enden sollen, weil wir beide natürlich auch Schlaf brauchen, aber es gab einfach Dinge, die gesagt werden mussten. Unter anderem eben auch, dass ich langsam nicht mehr weiter weiß. Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Körper sich selbstständig macht, während er isst, dass ich machtlos bin gegen meinen Hunger.

Ich weiß natürlich, dank vorherigen Erfahrungen, dass das nicht so ist und vermutlich brauche ich einfach nur mal einen richtigen Erfolg. Aber mir fehlt der Antrieb. Der Antrieb den ich vor fünf Jahren hatte. Krass… schon fünf Jahre, dabei kommt es mir wie letztes Jahr vor! Allein dieser Gedanke zeigt schon wieder, dass ich hier einiges ausblende. Ohje…

Blockiert mich die Angst?

Während wir also gestern gesprochen haben, kamen einige Gedanken auf, die ich gerne festhalten möchte, damit ich sie in Ruhe (und evtl. etwas später) analysieren und auseinander nehmen kann. Natürlich darfst du mir auch einen neuen Denkansatz vermitteln oder deine Sicht der Dinge mitteilen. Ich schreibe diese Gedanken jetzt einfach mal runter, damit sie aus meinem Kopf sind:

Habe ich einfach nur Angst vor dem Erfolg? Wenn ich mein Ziel erreicht habe, werde ich dann Hautlappen haben? Es bleiben ziemlich sicher Hautlappen und ich werde sie operieren lassen. Aber wie soll ich das bezahlen? Kredit aufnehmen? Sparen was das Zeug hält? Beides? Die Krankenkasse wird es wohl kaum übernehmen. Sollte ich vorher Kinder bekommen? Wäre es nicht sinnlos diese OP zu machen und dann die Hautdecke durch eine Schwangerschaft wieder auszuleiern? Werde ich überhaupt jemals mein Ziel erreichen und Kinder bekommen? Bin ich überhaupt bereit dafür Mutter zu werden? Was wenn ich am Ende total überfordert bin? Schreiendes Kind, Überforderung mit dem Haushalt und Migräne? Ob die Migräne besser wird, wenn ich abnehme? Was ich mir wirklich wünsche ist wieder mobiler zu werden, aber es geht einfach strikt in die falsche Richtung. Doch im Fitnessstudio anmelden? Ob die überhaupt Geräte haben auf denen ich mit meinem Gewicht trainieren kann? Aber gleich ein ganzes Jahr? Wieso gibt es keine 10er-Karten mehr? Von dem Geld lieber Sportgeräte kaufen? Einfach wieder raus gehen und mit Nordic Walking beginnen? Stehe ich mir selbst im Weg???

Ich muss dieses Thema jetzt irgendwie erst mal sacken lassen und dann analysieren. Vielleicht hat es ja auch schon geholfen es einfach runter zu schreiben und ich kann endlich wieder durchstarten. Aber gerade bin ich wirklich frustriert, verzweifelt und kurz davor in eine Gedankenspirale abzudriften die mir so GAR NICHT gefällt. Ich kriege gerade nichts gewuppt. Und ich bin von mir selbst genervt.

Bildquelle: Kat Jayne
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11 thoughts on “Stehe ich mir selbst im Weg?”

  1. Guten Morgen, Liebes!

    Fühl dich mal in den Arm genommen – das klingt alles sehr traurig und verzweifelt.

    Was mir durch den Kopf ging: „Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Körper sich selbstständig macht, während er isst, dass ich machtlos bin gegen meinen Hunger.“ – Essen steht ja oft für viel mehr als einfach nur Nahrungsaufnahme. Da hängen auch so emotionale Geschichten dran wie Beruhigung, Belohnung, Betäuben, whatsoever.
    Hast du denn dann wirklich Hunger – also körperlich, einen knurrenden Magen? Oder eher Appetit, also seelischen Hunger? – Ein Freund von mir kämpft auch mit seinem Gewicht; er isst zum Beispiel liebend gern Chips, weil die ihn früher als Kind in schweren Zeiten getröstet haben (er hat wirklich viel Sch*** durchgemacht). Er verknüpft Chips und generell Knabberbzeug und Junk Food mit Geborgenheit und (kurzem) Glücklichsein. Heute haben sie diese Wirkung nicht mehr, sind nur noch ein schwacher Abklatsch. Er weiß das. Aber das emotionale Loch ist oft immer noch da und wenn es ihm nicht gut geht, isst er, weil das seine jahrelang erprobte Überlebenstechnik ist und die Verzweiflung größer ist als rationale Überlegungen zu Kalorien und in dem Moment auch größer als der Wunsch, abzunehmen-

    Und mit deiner Gedankenkette halst du dir wirklich ganz schön viel auf. Überspitzt gesagt, als würde ein Kilo weniger dazu führen, dass du plötzlich aufwachst und pleite plus Mutter bist. Das würde mir auch Angst machen. 😉 Ein Schritt nach dem anderen. Und du hast die Kontrolle darüber, wie du dich entscheidest – deine Zukunft ist keine Reihe von Dominosteinen, die sich plötzlich selbstständig machen und alle umkippen, wenn du auch nur einen kleinen Schritt wagst.

    Du kriegst das hin. <3

    Liebe Grüße
    Anne

    1. Hallo Anne. 😊
      Nein, meistens habe ich keinen körperlichen Hunger, das ist reiner seelischer Hunger und das ist mir auch bewusst. Wenn auch manchmal erst danach. Das ist bei mir ähnlich wie bei deinem Freund. Das Essen macht mich vorübergehend glücklich, schenkt mir Geborgenheit und beruhigt mich. Bis dann die Schuldgefühle einsetzen und dann muss ich es schaffen die Bremse zu ziehen, damit es keine Spirale wird.
      Der erste Schritt war die Therapie für mich und da habe ich, obwohl wir nicht wirklich über diese Essstörung gesprochen haben, viel darüber gelernt. Mehr als damals in der Klinik.

      Dennoch gibt es Phasen in denen ich einfach nur verzweifle und den Horizont auch einfach nicht mehr sehe. Ja es fühlt sich auch alles sehr überwältigend an. Zumindest in solchen Momenten. Momentan geht es wieder halbwegs, ich glaube, dass ich dem Tief langsam entkomme. Ich versuche es mit einem Schritt nach dem anderen, aber manchmal kommt man dennoch ins Stolpern. Aber ich habe viele liebe Menschen um mich, die mich auffangen. Auch Blogger, die ich nie persönlich kennen gelernt habe, aber dennoch für mich da sind. Vielen Dank! 💕

  2. Oh Gott, ich kann deine Gedanken so gut nachvollziehen. Okay, vielleicht nicht das mit dem Kinderkriegen (das ist für mich einfach kein Thema), aber der Rest… *seufz*

    Ich bin seit Anfang Mai wieder diszipliniert dabei und natürlich träumt man schon ein wenig davon, wie das wohl wäre, wenn vierzig, fünfzig Kilos schmelzen würden. Ich starte ja auch mit einem sehr hohen Gewicht und da sind Hautlappen vermutlich nicht vermeidbar. Ich versuche das allerdings im Moment noch ein wenig zu verdrängen, denn 1. bin ich noch lange, lange nicht an dem Punkt, wo das relevant wird und 2. muss ich es erst einmal an diesen Punkt schaffen. Ich kenne mich schließlich… und, wie gesagt, mal eben so fünfzig Kilo zu verlieren, ist kein Kinderspiel.

    Fühl dich ganz fest gedrückt! ♥

    Liebe Grüße
    Sas

    1. Danke. Es tut gut zu hören, dass man mit diesem Gedankenkarussell nicht alleine ist, auch wenn ich mich natürlich nicht freue, dass es dir genauso geht.

      Ich sollte das vielleicht auch so machen. Erstmal einfach nicht über die Folgen nachdenken, sondern machen. Strikt machen. Das habe ich vorher auch gemacht, aber da hatte ich irgendwie die Sicherheit, dass wir es dann schon umsetzen können, wenn es an die Hautlappen geht und durch die finanziellen Schwierigkeiten die im letzten Jahr dann plötzlich vor der Tür standen, hat das irgendwie auch ein bisschen die Zuversicht genommen. Angst ist da und ich möchte natürlich keine weiteren Schulden produzieren.

      Tatsächlich spare ich aber wie eine blöde und ich glaube, das sollte ich mir auch einfach wieder bewusster machen. Das Ausmisten hat am Ende dazu geführt, dass ich mir sehr genau überlege wofür ich mein Geld ausgebe und am Ende des Monats bleibt sogar einiges übrig, dass ich dann auf die Seite lege. Eigentlich schaffe ich mir meinen eigenen sicheren Hafen.

      Ich weiß nicht, was du geschrieben hast, dass diesen Gedankengang gerade auslöste, aber danke! Ich glaube das ist ein wichtiger Punkt den ich jetzt einfach auch verinnerlichen muss.

      Wir schaffen das! *drück* 💖

      1. Ich glaube, ich habe mich schon mit dem Gedanken abgefunden, dass ich im Falle, dass wirklich irgendwann mal eine Entfernung anstehen könnte, einen Kredit aufnehmen werden muss. Ich bin in einer FB-Gruppe für Menschen, die viel abnehmen wollen und da fielen dann Worte wie 4.500€. Ich glaube, das kann kein Normalverdiener einfach so stemmen. Ich lege auch alles zurück, was ich über habe, allerdings ist das mein Notfallgroschen bzw. auch etwas für’s Alter.

        Aber gut…. wie gesagt, das liegt alles noch so weit in der Zukunft, dass ich da noch gar nicht drüber nachdenken will. Und wer weiß… vielleicht wird es ja auch nicht so schlimm und man kann damit leben *schulterzuck*

  3. Oh jeh, da hast du aber einiges im Kopf.
    Ich schließe mich Anne an – kleine Schritte und eins nach dem anderen. Und du darfst irgendwo anfangen. Meine Beste fragt mich öfters „Ja aber wo soll ich denn anfangen!“ – und ich sage ihr dann immer „Am Anfang. Den suchst du dir aus.“.

    (Mit den Fitnessstudios, da bin ich nie wirklich warm mit geworden; aber afaik gibt’s bei vielen auch die Möglichkeit, x Monate Teilnahme zu bezahlen. Find ich gut zum antesten, ist halt ein bisschen teurer als gleich der Jahresvertrag.)

    1. Ja, es ist manchmal wirklich sehr viel in meinem Kopf. Kleine Schritte werden definitiv angegangen. Gesunde Routinen schaffen ist da auch einer der Punkte.
      Ich kann deine Beste so gut verstehen. Das ging mir vor allem beim Ausmisten so. Ich war total übermannt ob der ganzen Menge an Scheiß und fand einfach keinen Anfang, bis ich anfing. 😅 Ist eigentlich ein gutes Beispiel…

      Ne gibt’s bei uns leider nicht und sie müssen gut in der Nähe sein, damit ich in der Theorie auch ohne Auto hinkomme, aber aktuell sieht das eher schlecht aus, also versuche ich es doch erst mal wieder mit Spazieren gehen und/oder Nordic Walking. Ist dann auf jeden Fall mehr Bewegung als aktuell. 🤣 Und hat mich nur einmal neue Sportklamotten gekostet. 🤭

      Vielen Dank für deine lieben Worte! 💕

  4. Hey Liebes,
    fühle dich dolle gedrückt!!! Dieses Gedankenkarussel ist echt ätzend und schwer abzustellen. Es ist egal, was man sich vornimmt zu tun, man überlegt, ob es überhaupt so richtig ist.

    Das Problem Kinder kenne ich gut. Bei uns waren es allerdings andere Hintergründe als bei dir.
    Mir hat es damals geholfen erst mal die Kernentscheidung zu treffen. Was will ich überhaupt!? Der Rest hat sich dann irgendwie ergeben.

    Ich wünsche dir einen tollen Rest-Feiertag. 🙂

    1. Ganz lieben Dank. 💕 Ja das ist es, vor allem in Phasen in denen es einem eh schon mies geht. Da kommt man dann fast nicht mehr raus und dreht sich nur noch im Kreis. 😔 Ein Glück, dass ich mittlerweile gelernt habe, dass ich diese Phasen einfach nur durchstehen muss, dass bessere Tage kommen. Aber mitten in diesen Phasen fühlt es sich aussichtslos an.

      Die Kernentscheidung? Hm… darüber muss ich nachdenken. Eigentlich wollte ich schon immer Mutter sein, dennoch zweifle ich oft, ob ich das überhaupt schaffen würde. Gerade wenn ich jetzt schon überfordert mit mir selbst bin (also hauptsächlich in den schlechten Phasen), aber ich werde einfach eins nach dem anderen angehen. Das geht einfach nicht anders. Zu viel auf einmal wird nicht funktionieren.

  5. liebe barbara, es tut mir so leid das zu lesen. ich kann mir vorstellen, dass diese fragen in deinem kopf herumgeistern und sie sind für ein ziel oder einen so innigen wunsch, den man im leben hat, glaube ich gar nicht so ungewöhnlich, auch wenn sie sich je nach wunsch natürlich anders ausprägen.
    würde es dir vielleicht helfen, doch deine therapie wieder aufzunehmen? ich denke schon, dass viel angst dabei eine rolle spielt und dass es da auch jüngere anteile gibt, die dich blockieren. ich weiß gar nicht, was ich sagen kann, weil ich dir nicht irgendwas „raten“ will oder irgendwo unsensibel wirken will. ich wünsche dir nur wirklich von herzen, dass du bald wieder einen weg findest, mit dem es dir wirklich besser geht.

    1. Ich glaube du würdest nicht unsensibel wirken. Tatsächlich habe ich auch schon darüber nachgedacht, aber ich weiß gerade nicht wie ich das mit umsetzen soll. Vor allem, weil es nur in den Tiefpunkten der Depression notwendig wäre. So geht es ja eigentlich ganz gut und ich kann mich auf meinen Weg konzentrieren. Aber manchmal habe ich einfach so krasse Durchhänger, dass ich einfach am verzweifeln bin und nicht mehr weiter weiß. Ich habe aber auch für mich schon beschlossen, dass wenn sich diese Phasen wieder mehr häufen, ich definitiv wieder zu meiner Therapeutin gehen werde. Aber bis dahin will ich schauen, dass ich mir mehr Bewegung verschaffe und meinem Kopf einen Ruheort gönne. 😊

      Ich danke dir von Herzen Liebes. Dir weiterhin eine gute Besserung. 💕

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