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Kartenlegen

21. August 2018

Mit Tarot bzw. dem Kartenlegen kam ich schon recht früh in Kontakt. Bedingt durch Magazine wie W.I.T.C.H. oder auch Sailor Moon in denen es mal das entsprechende Extra gab. Das alles weckte mein Interesse für Pendeln, Edelsteine, Heilkräuter, aber vor allem für das Kartenlegen.

Doch damals war das nicht so einfach.

Ich bin in einer Kleinstadt aufgewachsen, die ich selbst eher als Dorf bezeichnen würde. Jeder kennt jeden und das Angebot ist zwar gut, aber eben auf Allgemeinbedürfnisse eines Durchschnittsbürgers ausgelegt. Die Wahrscheinlichkeit bei uns ein Buch über das Kartenlegen zu bekommen, welches erschwinglich war, war eher gering. Erst im Teenageralter, als Charmed – Zauberhafte Hexen im Fernsehen rauf und runter lief, kamen so langsam die passenden Bücher in die kleine Buchhandlung. Und so kam ich zu meinem aller ersten Tarotdeck: das Haindl-Tarot. Damals fand ich nicht so recht in die Materie hinein, weil ich es zum einen – wie ich heute weiß – „falsch“ nutzte und das Interpretieren der Karten fiel mir unglaublich schwer. Kein Wunder, denn das Haindl-Tarot ist – aus meiner Sicht – nicht gerade sehr intuitiv und für Einsteiger eher ungeeignet.

Über Stock und über Stein…

Später kam ich mal an ein Tarot, dass aus einer Mädchenzeitschrift stammte und nicht zu vergessen mein Sailor Moon Tarot, welche allerdings nicht den vollen Satz Karten beinhalteten, sondern nur die große Arkana (Trumpfkarten). Es machte Spaß diese Karten zu legen, zu befragen und immer wieder neu aufzudecken. Dennoch nutzte ich die Karten nicht richtig und war vom Ergebnis enttäuscht. Als junges Mädchen habe ich einfach erwartet oder erhofft, damit die Zukunft vorhersagen zu können, doch natürlich trat das vorhergesagte nur in wenigen Fällen zu und da auch nur, weil man unterbewusst darauf hinarbeitete. Die Quellen für eine richtige Befragung der Karten war damals einfach zu dürftig.

Irgendwann verlor sich das Interesse daran.

Klar, wenn es einen frustriert, dann nutzt man es natürlich auch nicht gerne. Einige Jahre später bekam ich von meinem Schwiegervater ein Tarot geschenkt. Doch auch mit diesem wurde ich nicht so recht warm. Es war äußerst abstrakt und auch hier fiel mir die intuitive Interpretation schwer. Mit diesem weiteren Versuch setzte ich dann einen endgültigen Riegel vor dieses Thema. Ich hatte das Gefühl, einfach nicht dafür gemacht zu sein und gab schlichtweg auf. Doch weggeben konnte ich die beiden Decks auch nicht, denn irgendwie fühlte es sich ein wenig an, als würde ich damit einen Teil von mir aufgeben.

Ein Tiergeist kreuzte meinen Weg.

Im Juli 2016 stolperte ich dann über ein wundervolles Set an Tarot-Karten. Kein typisches Set, denn es hatte keine kleine und auch keine große Arkana. Es war irgendwie etwas eigenes. Es erinnerte mich stark an die indianischen Kraft- bzw. Totemtiere. An Tiergeister die in uns wohnen und uns leiten. Das ist auch gar nicht so weit hergeholt, aber dennoch irgendwie anders. Dieses Set habe ich mir, mit Guidebook, aus Amerika bestellt. Zu Anfang hatte ich Schwierigkeiten die Texte in ihrem spirituellen Singsang zu verstehen. Doch ich arbeitete mich durch die komplette Ein- und Anleitung durch, holte mir Hilfe wenn ich sie brauchte und komme nun wunderbar mit den Karten zurecht. Bei vielen Karten muss ich leider immer noch nachlesen was sie bedeuten, aber meine Intuition wird immer besser.

Einweisung einer Meisterin

Naa… sie wird mir jetzt vermutlich widersprechen, aber ich meine das bitter ernst. Dank ihr hab ich selbst das normale Tarot endlich begriffen. Denn vor zwei Monaten hat sich Eintausendschön mit mir hingesetzt und es mir von der Pike auf erklärt. Zudem hat sie mir ein wundervolles Tarot gezeigt, bei dem es auch sehr leicht fällt intuitiv zu interpretieren. Zack! Und schon hab ich es kapiert und genau deswegen nenne ich dich Meisterin. Dennoch werde ich noch einiges an Zeit und Übung brauchen, bis ich wirklich gut darin bin. Mein Ziel ist es, die Karten legen und lesen zu können, ohne ständig nachzusehen. Das fände ich ganz wunderbar, aber das erfordert einfach Zeit und ganz viel Übung.

Was ist Tarot für mich?

Mit dem Neubeginn vor zwei Jahren, hat sich auch meine Denkweise ein wenig verändert. Nicht bedingt durch das Tarot, sondern durch die Therapie. Ich wollte mehr über mich herausfinden, mehr hinterfragen und das Tarot wirkte auf mich, wie das richtige Hilfsmittel. Und als ich dann über das Animal Spirits Deck gestolpert bin, war ein Feuer entfacht. Am Anfang nutzte ich es immer, wenn ich mir über meine Gefühle klar werden wollte oder wenn ich Entscheidungshilfen brauchte. Die Bedeutung der einzelnen Karten löste oft einen Gedankenstrom aus oder sogar einen Knoten im Hirn auf.

Es dient der Selbstreflexion.

Man sollte die Karten als Wegweiser sehen. Sie helfen einem zu hinterfragen, andere Blickwinkel zu sehen und manchmal sind sie einfach nur ein Denkanstoß, der wiederum dabei hilft eine Entscheidung zu treffen. Sie waren und sind für mich, vor allem während der Therapie, ein wichtiger Begleiter. Halfen mir, mich selbst besser zu verstehen, einiges über mich heraus zu finden und auch dabei zu ändern, was mir nicht gefällt. Aber man sollte sich nie blind auf die Hauptaussage der Karte verlassen, sondern immer hinterfragen. Manchmal ist es eine Metapher oder nur ein kleiner Teil von der Aussage, der den Ausschlag bringt. Ich werde weiterhin mit ihnen arbeiten, weil sie einen anderen Blickwinkel auf Fragen und Probleme werfen, weil es zu innerer Ruhe führt und, schlicht und ergreifend, weil es mir Spaß macht.

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  1. Ich habe Tarotkarten bisher vor allem als Zukunft/Hellserei-Ding gesehen; also eher skeptisch und fast schon negativ betrachtet. Aber als Mittel zur Selbstreflexion habe ich das noch nie betrachtet!
    Da sieht man mal wie engstirnig man manchmal sein kann…

    1. Ja so ging es mir früher eben auch und natürlich gibt es auch Leute, die diese Karten zur Hellseherei nutzen. Aber für mich war das mit dem Neubeginn nicht Sinn und Zweck des Ganzen. Ich denke das Animal Spirits-Deck hat mir dabei geholfen, es auch einfach mal von der anderen Seite – also die der Selbstreflexion – zu sehen.

  2. So schön geschrieben! Ich sehe das wie du. Die Karten können einem tatsächlich helfen sich über sich selbst hat zu werden. Ich habe ein Deck und wenig Ahnung und einen gewissen Respekt davor aber mit Vorsicht genossen ist es eine tolle Sache.

    1. Danke. 😘 Liebes was hast du denn für ein Tarot? Respekt vor einem Deck zu haben ist völlig in Ordnung. Allerdings klingt es bei dir eher – und ich hoffe du nimmst es mir nicht übel – als hättest du ein wenig Angst davor. Und da stellt sich mir die Frage warum das so ist? Hast du Angst vor dem was du über dich herausfinden könntest, was die Karten „prophezeien“ oder gibt es bestimmte Karten wie der Teufel, der Tod oder der Turm vor dem du dich fürchtest? Denn die Karten bedeuten nicht zwingend immer das was man vordringlich darunter versteht. Vor allem im Beispiel mit diesen drei sehr negativen Karten hab ich einen tollen Beitrag gefunden.
      In meinem neuen Deck ist zum Beispiel der Tod wirklich wunderschön als Phönix dargestellt und umfasst die Bedeutung der Karte fast besser, als jede andere Interpretation die ich bis jetzt gesehen habe.

      Ansonsten kann ich dir nur den Tipp geben, die Karten sorgsam zu behandeln und als „Freund“ zu sehen. Das klingt seltsam, aber ich denke du weißt, was ich damit meine. Tauch einfach hinein, lass dich nicht abschrecken von hätte/wäre/könnte. 😉

      1. ich habe das crowley tarot für einsteiger. sagt dir das was?
        nein, weniger deswegen, die doppeldeutigkeit der karten ist mir bewusst. ich habe eher sorge, dass ich mich vielleicht entmutigen lasse, wenn ich in den karten motivation suche. davor, dass ich mich zuviel darauf verlassen könnte, einfach weil ich dazu neige, verantwortung gern auszusourcen, an jemand anderes abzugeben. ich habe eher die tendenzen, wenn ich vor einer entscheidung stehe, mal schnell karten zu legen und wenn es dann nicht klappt, mich drauf rauszureden, dass es mir die karten gesagt haben. darum nutze ich das wirklich nur mit bedacht und einfach auch nur selten. weißt du, was ich meine?

        1. Ah ja… ich musste zwar kurz nachsehen ob es das ist, welches ich vermute, aber ja. Das habe ich schon mal gesehen. Ist jetzt – aus meinem Gefühl heraus – auch nicht das einfachste Tarot was die intuitive Deutung angeht, aber das hängt ja auch immer von der Person selbst ab. ^^

          Ja ich glaube ich verstehe was du meinst. Die Karten könnten zu einer Art Entschuldigung werden. Da könnte ein anderes Deck, dass eher in Richtung meines Animal Spirit-Decks geht helfen. Das hat mir am Anfang einfach geholfen oder vielleicht eine ganz andere Art von „Orakel“. Gibt ja auch noch sowas wie Rabenkarten und ähnliches.

          Aber solltest du dabei bleiben wollen, dann solltest du immer hinterfragen. Ich glaube, das ist die wichtigste Eigenschaft die du dabei an den Tag legen solltest. Warum ist das so? Warum hatte die Karte recht? Hätte ich es ändern können?

          Versuch es weiter, sofern du das natürlich möchtest, und versuche einfach ein wenig entspannter an die Sache ran zu gehen. Sie sind Ratgeber, Wegweiser und manchmal Begleiter, aber keine Entscheider. Vielleicht hilft dir das weiter. 😘

    1. Ja das überrascht mich auch immer wieder. Letztes Jahr im Dezember habe ich auch für Freunde ein Jahresrad gelegt und bekomme immer mal wieder die Rückmeldung, wie zutreffend die Karten sind. Das ist gleichermaßen schön, wie auch ein bisschen spooky. 😂

  3. Word – für mich sind Tarot, Runen und Pendeln auch quasi „Handwerkszeuge“ zur Selbstreflexion. Da ist für mich nichts Übernatürliches oder Esoterisches dran.

    Mit dem Pendeln und Runenlegen beschäftige ich mich schon länger; mit Tarot stehe ich noch relativ am Anfang. Hab mir letztes Jahr ein Rider Waite-Deck zugelegt und mag die Gestaltung der Motive sehr; viele Details und deren Bedeutung / Beziehung fallen mir tatsächlich auch erst auf, wenn ich die Karten google. 😀

    Generell denke ich, dass die Karten oder Runen einem natürlich nicht „die Zukunft“ vorhersagen können. Es ist Papier bzw. Holz, fertig. Aber wenn man durch das Legen eine Vorstellung von dem bekommt, was sein könnte, weiß man eher, ob man das möchte oder auch nicht. Woraufhin man (teilweise auch unterbewusst) darauf hinarbeiten kann, dieses oder jenes anzugehen oder zu verändern.

    Auch beim Pendeln – das nutze ich, wenn ich mir selber bezüglich einer Entscheidung nicht ganz sicher bin. Mit Vorhersagen à la Lottozahlen hat das herzlich wenig zu tun.
    Allerdings pendle ich auch nur die Fragen aus, bei denen ich die Antwort auch wirklich wissen „will“. Sprich, ich frage mich vorher, wie ich mit welchem Ergebnis umgehen würde. Und wenn ich weiß, dass ich bspw. ein „nein“ in einer bestimmten Angelegenheit eh nicht beherzigen würde, dann spare ich mir das Pendeln.

    Gerade Runen verwende ich auch ganz gerne, um die Dinge unter einem bestimmten Aspekt zu betrachten. Wenn das „Motto“ des Tages etwa das Gewähren und Erfahren von Unterstützung ist, dann geht man anders durch den Tag, ist sensibilisierter für die kleinen und großen Gelegenheiten, bei denen man anderen hilft oder auch selber unterstützt wird und nimmt sie bewusster wahr.

    Vielleicht schreibe ich dazu auch mal einen Blogeintrag… hab das Thema bislang immer ausgeklammert, weil man damit schnell in so einer verschwurbelten Esoterik-Ecke landet, auf die ich echt allergisch reagiere. 😀

    Liebe Grüße
    Anne

    1. Mit Pendeln und Runenlegen habe ich mich tatsächlich noch sehr wenig beschäftigt. Hast du da Tipps für „Anfänger“? Mein neues Tarot Seelenzauber ist auch ein Rider-Waite. Das mag ich auch sehr gerne. Ach und es gibt ne coole App und Seite, auf der man vieles nachschlagen kann. Die haben Spickzettel für die Bedeutungen der Karten und Legeschemata.

      Ja so geht es mir eben auch mit den Karten. Oft lese ich in der Bedeutung der Karte etwas heraus, das einfach den Gedankenprozess anregt und manchmal auch auf etwas hindeutet, was man vielleicht nicht so gesehen hat. 🙂

      Ja das ist immer eine gute Strategie. Deswegen lege ich bei manchen Thematiken auch keine Karten, weil ich manchmal gar nicht wissen will, worauf sie mich aufmerksam machen könnten. Das kann man jetzt als ignorant sehen oder auch als Selbsterkenntnis. Ich bin in solchen Momenten einfach der Überzeugung, dass ich dann einfach noch nicht so weit bin, mich dieser Frage/dem Problem wirklich zu stellen.

      Also Runen würden mich sogar noch mehr reizen, als Pendeln. Zumindest im Moment. Muss mich da echt mal schlau machen. Steht schon lange auf der Liste.

      Ja ich weiß was du meinst. Vieles wird aber auch sofort als „Esoterik-Scheiß“ abgetan. Das ist auch einfach ein Problem an der heutigen Zeit, aber auch an dem wie aus dieser Ecke damit umgegangen wird (bzgl. Handlanger, Geld aus der Tasche ziehen usw.). Ich hab auch ewig gebraucht, darüber zu schreiben, weil ich eben auch nicht einfach schubladisiert werden will. Genauso möchte ich mich näher mit Wicca und Paganismus beschäftigen und auch darüber bloggen, aber ich mache mir etwas Sorgen, dass das dann etwas… naja seltsam ankommen könnte.

      Ich möchte es aber dennoch durchziehen. Manche Sachen werden vielleicht etwas länger brauchen, aber ich habe mir mit diesem Blog vorgenommen, dass ich mir da nicht mehr so viel Gedanken dazu machen sollte. Ich bin wie ich bin und wem das nicht passt, der muss ja meinen Blog nicht lesen. ^^ Momentan möchte ich mich einfach mit vielen Themen beschäftigen und darüber berichten. Das macht mir Spaß, also versuche ich über all das auch zu bloggen. 😀

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