Test Area

Stricken

24. Juli 2018

Endlich mal wieder ein Beitrag für die Test Area. Mit Stricken habe ich eigentlich seit meiner Kindheit nichts mehr am Hut, weil ich es einfach zu frustrierend und kompliziert fand, mit zwei Nadeln. Maschen sind runter gefallen und am Ende war das Strickstück krumm und schief. Eigentlich habe ich nur in der Schule gestrickt und einmal einen Schal zuhause. Also mehr oder weniger.

»Zwei Nadeln sind einfach eine zu viel.«

Dachte ich zumindest bis vor ein paar Monaten. Ich weiß nicht mehr genau was mich dazu bewegte, aber ich glaube es waren Stricknadeln mit Wechselschnur, die mich total fasziniert und mein Interesse geweckt haben. Ich fand dieses Konzept einfach unheimlich praktisch (verschiedene Nadelstärken zu verschiedenen Schnurlängen kombinierbar) und dachte mir, da es eine sehr gefragte Marke ist, kann ich es im Zweifelsfall bestimmt über den Flohmarkt verkaufen.

Tja, aber soweit sollte es nicht kommen.

Am Anfang habe ich mir das ein oder andere Tutorial auf YouTube angeschaut und mit einem Garn, welches leider gar nicht zur Nadelstärke passte, herumprobiert. Daraufhin habe ich schnell festgestellt, dass es eigentlich gar nicht so kompliziert ist, wie ich es mir all die Jahre vorgestellt hatte. Da ich schon eine Idee im Kopf hatte, was es werden soll, habe ich mir gleich den Bobbel aus meinem Vorrat gefischt und mit den Anschlägen herumprobiert. Da ich nicht gerne Wolle verschwende, hat das eine Weile gedauert, denn ich kam am Anfang nur mit dem Kreuzanschlag wirklich zurecht. Dieser schnelle – keine Ahnung wie er genau heißt – Anschlag hat für mich nicht richtig funktionieren wollen.

Widrigkeiten in den ersten Reihen

Ich wollte ein Wechselmuster zwischen linken und rechten Maschen machen, doch gibt es bestimmt in der ersten Reihe ein paar Verwechslungen und Fehler, denn gerade am Anfang fand ich es super schwierig den Unterschied zwischen beiden zu sehen. Als dann aber die erste oder die ersten beiden Reihen abgestrickt waren, habe ich es leichter erkannt und von da an ging es immer besser und schneller. Man gewöhnt sich irgendwann an, immer einen Satz fertig zu stricken. Eigentlich genau wie beim Häkeln. So habe ich also immer so gestrickt, dass ich nach einer Pause immer wieder mit einer rechten Masche anfangen würde.

Farbwechselfieber

Wie schon beim Tücher häkeln erwähnt, freue ich mich bei den Bobbeln immer am meisten auf den Farbwechsel, so natürlich auch bei diesem Projekt. Logischerweise sieht mein Loop-Schal jetzt gestreift aus, aber irgendwie find ich das ganz schick. Ich werde ihn dir bei Zeiten mal in einem extra Beitrag vorstellen. So wie die Tücher auch. 😉 Er ist zwar nichts besonderes, also keine besonderen Muster an sich, aber es ist nun mal mein erster komplett selbst gestrickter Schal. Jedenfalls hab ich mich immer schon immens auf den nächsten Farbwechsel gefreut, sodass ich selbst bei brütender Hitze abends noch gestrickt habe. Ich wollte immer vorwärts kommen, zum nächsten Abschnitt und irgendwann war ich dann einfach fertig. Zwischendrin gab es mal eine Pause, weil in der Zeit meine Räumerei statt fand, aber danach habe ich gleich wieder mit dem Stricken losgelegt.

Es ist nicht in Stein gemeißelt

Ich lerne für mich gerade, dass die meisten Handarbeiten nicht in Stein gemeißelt sind. Manchmal muss man die Technik einfach für sich finden oder anpassen. So wie es verschiedene Handhaltungen beim Häkeln und Stricken gibt oder diverse Anschläge um überhaupt zu starten, muss man einfach den Weg für sich finden, der funktioniert und Spaß macht. So habe ich zum Beispiel ein Set dickerer Nadeln nachbestellt, weil ich festgestellt habe, dass meine Anschlagsmaschen zu fest sind und habe damit meine Maschen angeschlagen. Als es dann ans tatsächliche Stricken ging, habe ich dann einfach die Nadel gegen die dünnere ausgetauscht. Allein dafür hat sich dieses Set schon bewährt.

Das Ende naht.

Kaum dass ich den letzten Farbwechsel angeschlagen hatte, habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie man eigentlich abmascht und wie viel Faden ich dafür noch benötige ohne zu viel am Ende zu verschwenden. Ich habe mir wieder eine Menge Videos angeschaut, bis ich festgestellt habe, dass ich diese Variante irgendwie blöd finde, weil ich nicht so recht herausfinden konnte, wie viel Faden ich jetzt am Ende tatsächlich bräuchte.

Doch bei all den Videos habe mich gefragt, ob ich es vielleicht auch einfach mit der Häkelnadel abmaschen kann. Also habe ich in meine erst Masche die ich abgehäkelt habe, einen Maschenmarkierer gesetzt (damit ich später die beiden Seiten zusammen ketten kann) und einfach mal probiert ob das so auch funktionieren würde. Und siehe da, es hat funktioniert. Ich musste mir keinen Faden großartig aufsparen und habe einen hübschen Abschluss. Also wieder etwas an mich angepasst. 😜

Nur noch die Fäden vernähen

Ich muss jetzt eigentlich nur noch die Fäden vom Anfang und vom Ende vernähen und dann ist mein Loop tatsächlich und wahrhaftig fertig. Ich bin stolz! Nicht nur auf mein Strickstück, sondern vor allem darauf, ein Hobby, dass ich eigentlich für mich ad acta gelegt hatte, doch noch einmal ausprobiert habe und mich vom Gegenteil überzeugen ließ. Ich weiß noch nicht, was mein nächstes Strickstück wird. Vielleicht wage ich mich ja an Socken heran, aber es wird auf jeden Falle in weiteres Strickstück geben. Besonders schön finde ich im übrigen, dass Strick ein wesentlich weicheres Gewebe wird, als gehäkeltes. Ich bin wirklich gespannt, was ich in den nächsten Jahren, in diesem Bereich, noch lernen werde.

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  1. Mich hat vor ein paar Jahren die pure Sockennot wieder zum stricken gebracht ^^ Wenn man dicke Wollsocken „brauch“ bzw. möchte,aber nichts nettes zu kaufen findet …

    Gelernt hab ich´s als Kind von meiner Oma. Da konnte und wusste ich sogar richtig viel. Hab meine Puppen eingestrickt (Pulli,Röcke etc.) Dann hat ich zwischendrin mal – JAHRE später – eine Decke gestrickt. Da war ich dann aber schon in meinen anfänglichen Teenjahren.
    Und vor ein paar Jahren (meine so … naaa knapp 10) kam schon mal ein Stricklustanflug. Der beschränkte sich aber nur auf Schals. An alles andere traute ich mich nicht ran.
    Allerdings hat ich seit 20 Jahren das Vorhaben einen Pulli stricken zu wollen. Dafür hatte ich mir auch schon gefühlt 5 Mal Wolle gekauft. Aber es kam nie dazu.

    Naja Not macht erfinderisch,ich brauchte Socken,ich wollte eine Mütze. Also setzte ich mich vor Youtube und guckte Tutorials. Mit schriftlichen Erklärungen kann ich nix anfangen,meine Oma konnt ich nicht mehr fragen,Youtube ist geduldig … vor und zurückspulen,anhalten,hier und da verzweifeln.
    5 Nadeln waren definitiv erst auch 3 zu viel für mich *lach* Und nachdem meine erste Socke etwas von einem männlichen Geschlechtsteil hatte (ich hab mich weggeschmissen vor lachen als ich das gesehen hab … hatte halt keine Ferse gestrickt und dann zum Schluss ausprobieren wollen von wegen nur rechts gestrickt) traute ich mich auch daran,gescheite Sockenwolle zu kaufen ^^
    Darauf folgten dann Socken mit Ferse,Mützen und Co.
    Den Pulli strickte ich mir dann ENDLICH vor 3 Jahren. Haken an der Sache,ich kann weder nähen,noch Strickanleitungen/muster lesen. Das war dann auch learning bei Verzweiflung und viel probieren,da es so eine Variante wie ich sie strickte (unten vom Bündchen hoch,in einem Stück – ohne Vor und Rückteil einzelnd zu haben,ohne Ärmel dran nähen zu müssen,Muster selbst dann ausgetüftelt/dacht) nicht gab. Allein rauszufinden wieviele Maschen ich insgesammt brauchte,war ein Akt. Ich fand zwar eine ungefähre Tabelle mit Konfektionsgrößen,die war aber jenseits der Realität. Wer für ne 38 mit 90 Maschen einen Pulli strickt,werfe den ersten Stein Oo Meine ich lag dann nach X Versuchen bei so um die 140. Sprich um die 70 jeweils vorn und hinten. Also wenn ich mein Vorhaben angehe einen XXL Kuschelpulli zu stricken,brauch ich erst einmal neue Nadeln mit nem Seil von ein paar Metern 😀

    Nach 8 Wochen und gefühlten 30 Mal aufriffeln war das gute Stück fertig und kann sich für ein Erstlingswerk durchaus sehen lassen ^^ Hab mir alles soweit in einem schlauen Blockbüchlein notiert,das ich ungefähr nachvollziehen kann,wie zum Geier ich das irgendwie hinbekommen habe. Wird kein Mensch schlau drauß,aber hauptsache ich weiß es 😀

    Das stimmt. Gestricktes ist weitaus weicher als gehäkeltes. Kommt zwar auch immer auf die Wolle drauf an,aber häkeln ist einfach fester. Mein Cousin häkelt und meinte er hätte Socken gehäkelt. Davon einmal ab das ich´s gar nicht kann … gehäkelte Socken stell ich mir komisch vor,weil sie eben fester werden als wenn man sie strickt. Vllt für Puschen eine Idee 😉

    1. Tatsächlich habe ich mir auch schon überlegt, es mit dem Socken stricken zu probieren. Allerdings traue ich mich da noch nicht ganz ran. Andererseits brauche ich sehr weite Socken, weil ich immer so geschwollene Füße habe und sie nicht einschnüren sollen. Nur wie berechnet man das dann und überhaupt und ach… in dieses Thema muss ich mich erst noch reinfuchsen.

      OMG! 🍆🤣 Ich hätte mich wohl auch weg geschmissen vor Lachen.

      Ein Pullover würde mich ja auch mal reizen, aber ich glaube vorher probiere ich tatsächlich dann erst noch die Socken. 🤔

      Also ich wollte mal Socken häkeln, aber das war mir dann irgendwie zu starr. Für Puschen ist es wirklich super, aber für Socken… ich glaube das ist nicht so bequem. Strick ist da definitiv angenehmer. Aber wer weiß… vielleicht häkel ich auch zu fest. 🤷‍♀️

  2. Oh wie schön, du hast dich an die zweite Nadel gewagt <3 ich sagte doch das ist gar nicht soll schwer und so schaffst das bestimmt 🙂 ich hoffe du zeigst uns deinen Schal auch bald!!

    1. Jaaa. 🤩 War am Ende auch gar nicht so urkompliziert wie ich mir das immer vorgestellt hatte. Aber natürlich werde ich das machen. Steht schon im Kalender, muss den Beitrag nur noch tippen. 😂

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