Leben

Mein freier Tag #7

12. Juli 2018

Oha! Jetzt habe ich tatsächlich eine ganze Woche nicht gebloggt und auch schon ein ganz schlechtes Gewissen bekommen. Aber warum? Denn eigentlich soll es ja Spaß machen und kein Zwang sein. Irgendwie hatte ich in der letzten Woche keine gesteigerte Lust zu bloggen. Ganz spontan habe ich mir gerade überlegt, den heutigen freien Tag doch nieder zu schreiben.

Kurz nach Mitternacht

Jetzt aber schnell…

Ich habe bis halb eins ungefähr meinen Anime weiter geschaut, bis mir plötzlich eingefallen ist, dass ja Donnerstag ist und ich nach der Therapie einkaufen wollte. Also musste noch geschwind ein Essensplan und Einkaufszettel geschustert werden. Ganz zum Leidwesen des Prinzen! Aber zusammen haben wir es schnell über die Bühne gebracht und konnten dann gegen Eins ins Bett entschwinden.

Der frühe Vormittag

In der Therapie

Kaum aus dem Bett gefallen, hieß es natürlich frisch machen, Tasche packen und dann auch schon los. Wie immer, wenn ich zur Therapie fahre, setze ich auf dem Weg den Prinzen am Bahnhof ab. Ich merke langsam, dass ich nicht mehr wirklich was zu berichten habe in den Therapiesitzungen und das ist eigentlich ziemlich gut. Wir reden im Moment über Ziele, Zukunftswünsche und Strategien für schlechte Phasen. Ich bin froh, dass ich die schlechten Phasen mittlerweile frühzeitig erkenne und mich dann entsprechend verhalten kann. Nächste Woche wollen wir darüber reden, ob wir die letzten Stunden weiter auseinander ziehen. Eine langsame Entwöhnung der Sitzungen sozusagen. 😊

Der späte Vormittag

Beim Einkaufen

Glücklich und zufrieden machte ich mich von der Therapie auf zum Einkaufen. Zuerst einmal hüpfte ich beim Lidl rein, weil ich dem Mann für sein neues Hobby eine Arbeitshose kaufen wollte. Dabei lief ich einer Kollegin in die Arme und einem Notarzt über den Weg, was mir mittlerweile etwas unheimlich ist. 😅 Und gleich darauf ging ich dann bei meiner Arbeit einkaufen. Zuerst bin ich allerdings noch kurz in die Personalabteilung, weil ich etwas wegen meiner letzten Lohnabrechnung klären musste. Da hatte sich nämlich ein Fehler eingeschlichen, der wird jetzt aber behoben und gut ist. Wieder ein Punkt weniger auf der To-Do-Liste. 😀

Und dann ging es auch schon ab in den Laden. Meine Route war anders als sonst, aber tatsächlich mit weniger Umwegen als normal. Langsam scheine ich den Laden tatsächlich besser zu kennen. Ich habe ziemlich cooles Vampireis entdeckt und werde das demnächst mal ausprobieren und dann auf Instagram davon berichten. Das musst du einfach gesehen haben. Total cool. Als ich dann endlich an der Kasse ankam und einige Sachen auf’s Band gelegt hatte, ertönte ein dumpfer Schlag hinter mir.

Als ich mich umdrehte, sah ich nur Füße auf dem Boden liegen und schon die erste Person rennen. Ich hab nur noch die Sachen, die ich in der Hand hatte, auf’s Band geknallt und bin zeitgleich mit einem Kollegen los gerannt. Ein älterer Herr, an Krücken gehend, ist hingefallen und mit dem Kopf aufgeschlagen. Ich habe gefragt ob es ihm gut geht, bekam aber keine Antwort, er sah sehr verwirrt aus, vermutlich vom Schock. Mein Kollege wollte ihm dann aufhelfen und dabei ist klar geworden, dass der Mann besser liegen bleiben sollte, da er eine stark blutende Kopfwunde hatte. Die junge Frau stabilisierte seine Lage, der Mann war bei Bewusstsein und ich rief einer unserer Aufsichten zu, dass sie den Notarzt rufen solle. Und dann ging irgendwie alles von selbst.

Plötzlich war auch noch die Chefin da, die mit rannte um die Erstversorgung abzudecken und ich wurde überflüssig. Ich entschied mich dann, zu meinem Einkauf zurück zu gehen, denn ich konnte nicht weiter helfen. Der Mann war in guten Händen und ich habe getan was mir in dem Moment möglich war. Als ich am Band ankam überrollte mich auf einmal das Adrenalin, mir wurde schlecht, die Hände fingen unkontrolliert zu zittern an und ich musste erst mal tief durchatmen. Glücklicherweise war ich bei einer ganz lieben Kollegin, die mich erst einmal beruhigt hat, bevor es dann weiter ging. Mittlerweile weiß ich, dass der Herr abgeholt wurde und soweit alles gut ist. Ich hoffe es geht ihm bald besser und dass er sich nicht schlimm verletzt hat. Der Schock saß jedenfalls tief und das Bild von dem vielen Blut werde ich auch nicht so schnell los werden.

Zur Mittagszeit

Ein verspätetes Mittagessen

Zurück vom Einkaufen, zitterte ich immer noch in den Ruhephasen. Mein innerer Kritiker blendete komplett aus, was ich positives geleistet hatte und machte mich halb wahnsinnig mit dem Gedanken, dass ich mehr hätte tun können. Ich musste erst einmal mit dem Prinzen telefonieren, damit mir auch jemand anderes sagt, dass alles ok ist. Wenn es nach meinem Gefühl geht, hätte ich ihn operieren können und der innere Kritiker hätte dennoch weiter gemäkelt. Jedenfalls hat der Prinz es geschafft mich zu beruhigen. Allerdings brauchte ich nach diesem Vorfall eine Weile bis ich mir auch nur ansatzweise vorstellen konnte Essen zu mir zu nehmen. Ich habe mit lieben Leuten getwittert, einen Film geschaut und nebenher gestrickt um mich abzulenken. Außerdem habe ich heute einen Reiskocher bestellt, eine Scheuerbürste und das wundervolle Tarot, dass mir Eintausendschön gezeigt hatte. 😍

Noch immer sehe ich den armen Mann vor mir, wie er da auf dem kalten Boden liegt. Aber irgendwann in der Zeit des Ablenkens konnte mein Hirn mal abschalten und das gesamte Szenario war wieder in richtiger Reihenfolge und vor allem vollständig in meinem Kopf. Ich wusste wieder, warum ich welche Entscheidungen getroffen hatte und fragte mich nicht, warum ich plötzlich wieder am Band stand, obwohl der Mann noch nicht vom RTW 🚑 abgeholt wurde. Der Schock und der Adrenalinkick hat wirklich einiges verdrängt in dem Moment. Aber gut… Themawechsel:

Irgendwann kam der Prinz nach Hause und mir fiel auf,

dass es schon Abend war.

Natürlich fragte mich der Prinz, wie es mir mittlerweile ging und darüber zu reden, brachte mich natürlich auch wieder ein bisschen auf, weil die Bilder einfach noch nicht aus meinem Kopf verschwinden wollen. Ich hoffe das gibt heute Nacht keine Albträume. Der Prinz erzählte mir dann vom Pfannkuchenvorhaben der Heldenbande und dass auch die Frage im Raum stand, ob wir dieses Jahr vielleicht mal wieder auf Kaltenberg gehen wollen. Letztes Jahr waren wir ja gar nicht und im Jahr davor, glaube ich auch nicht. Aber sicher bin ich mir gerade nicht. 🤔 Jedenfalls habe ich in den letzten beiden Jahren ja ziemlich viel zugenommen und große Befürchtungen, dass mir meine Mittelaltergewandung nicht mehr passen wird. Naja und wie soll ich sagen? Ich kann sie anziehen, mit Müh und vor allem Atemnot. Darauf hin warf ich die Idee in den Raum, dass ich ja den Schnitt des Kleides abnehmen und vergrößern könnte

Guter Rat ist teuer.

So heißt es doch oder?

Diese spontane Idee führte dazu, dass ich zum einen meine Karfunkel-Ausgaben wie blöd gesucht habe um dann festzustellen, dass sie genau neben mir lagen und zum anderen dazu auf meiner Lieblingsstoffseite zu stöbern, ob das finanziell überhaupt Sinn machen würde, das Kleid größer nachzunähen. Tja… ich habe mich natürlich in ein paar wundervolle Farben verliebt und bin am Ende jetzt bei einer sehr schlichten Farbgebung geblieben. Aber für die Entscheidung konsultierte ich den Rat der erwürdigen Eintausendschön, die – wie ich feststellen durfte – genau diese Farben bereits als Stoffmuster in ihren heimischen Gemächern hatte und mir Fotos schicken konnte, wie sie in Kombination aussehen würden. Tja und dann war es eigentlich auch schon entschieden. Jetzt habe ich Leinen bestellt und hoffe er kommt bald, denn er muss gewaschen werden und dann verarbeitet.

Bis dahin werde ich den Schnitt schon mal anfertigen, denn das wird auch nochmal einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Meinen Gürtel werde ich auch anpassen müssen, aber glücklicherweise ist der Mann ja ausgestattet und dann dürfte das kein Problem darstellen. Ich bin ein bisschen aufgeregt ob das alles so klappt, wie ich mir das vorstelle. Ich werde auf jeden Fall davon berichten. 😊


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