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Bücher lesen & sammeln

9. Mai 2018

Erinnerst du dich noch an den Beitrag Mangas lesen und sammeln? Ich dachte mir, ich könnte auch mal darüber schreiben, wie das mit meinen Büchern lief, denn auch hier hat sich im letzten Jahr so einiges verändert.

Vor langer, langer Zeit…

An mein erstes Buch erinnere ich mich gar nicht mehr, denn schließlich hat man schon als Kind viele Bücher zum Schmökern oder? Aber meine Leidenschaft fing sehr früh an. Schon als meine Mutter mir Abends vorgelesen hat. Von Grimms, Hauffs und Andersens Märchen bis hin zum Nesthäkchen war alles dabei. Ich kann mich noch an mein damaliges Kopfkino erinnern, wie die Tauben in Aschenputtel »Guru, guru, Blut ist im Schuh!« gerufen haben, wenn die Stiefschwestern mit dem Prinzen davon ziehen wollten.

Fremde Welten

Als ich lesen gelernt hatte, öffneten sich unglaublich viele Türen in andere Welten. Ich las nicht nur Märchen, auch Legenden und Mythen (z. B. der Indianer) hatten es mir angetan. Natürlich gab es auch das ein oder andere Kinderbuch, das ich verschlungen habe. Ganz besonders Der Fluch des Waldes von Tais Teng hatte es mir unglaublich angetan. Noch bis heute lese ich es regelmäßig und jedesmal ist es wieder spannend. In meiner Teenagerzeit entdeckte ich Fantasybücher für mich, wobei ich sehr spät auf den Harry-Potter-Zug aufgesprungen bin. Erst durch meine Patentante kam ich überhaupt dazu, den ersten Band zu lesen und ich habe ihn damals verschlungen. Ebenso Eragon und den Clan der Otori, Die Chronik der Unsterblichen und natürlich auch Biss.

Und auch sie wurden zu Schätzen

Ich war glaube ich sechzehn Jahre als, als mein Bruder mir Illuminati von Dan Brown geliehen hat. Ich las es im Zug auf dem Weg zur Schule, in den Pausen und auf dem Heimweg. Irgendwann fragte mich eine Klassenkameradin ob sie es sich ausleihen könnte und ich sprach es mit meinem Bruder ab. Er wollte es in einem tadellosen Zustand zurück haben und genau so gab ich es an sie weiter. Doch als ich es dann wieder bekam, hatte es einen riesen großen Bügeleisenabdruck auf der Rückseite. Scheinbar hat sie es ihrem Vater geliehen und der hat wohl „aus Versehen“ das Bügeleisen darauf gestellt. Ich frage mich noch heute wie sowas aus Versehen passieren kann, aber nun ja. Jedenfalls musste sie es ersetzen und ich wurde vorsichtiger, wem ich meine Bücher lieh.

Nur noch ausgewählte Personen …

… durften meine Schätze haben. Und sie mussten sich an die Regeln halten. Wen ich damit verschreckte war es nicht wert, die Bücher zu lesen. Ich war da wirklich knallhart. Und ich finde das auch irgendwie verständlich, dass man erwartet etwas geliehenes im gleichen Zustand zurück zu bekommen. Ich leih mir doch auch kein Auto aus und bring es mit Kratzern und fehlendem Kotflügel zurück. Es hat mich jedenfalls stark geprägt.

Parallelen zu den Mangas

Mal abgesehen davon, wie man mit geliehenen Dingen umgeht, waren Bücher ja noch teurer als es Mangas waren. 10 € bis 30 € (oder vergleichbare DM-Preise) pro Buch konnte ich mir schließlich auch nicht so oft leisten und musste oft auch darauf hin sparen. Sie waren wertvoll für mich, nicht nur durch das erlebte mit der Klassenkameradin. Als ich dann mit neunzehn Jahren von Zuhause auszog, hatte ich neben den Mangas natürlich auch einiges an Büchern angesammelt. Ein ganz schöner Kraftakt für die Helfer und mich.

Juni 2017

Nachdem ich das Buch von Marie Kondo gelesen hatte, war ich motiviert, nur noch die Bücher zu behalten die Freude in mir weckten. Also fing ich an auszumisten und tatsächlich kam einiges zusammen, dass für mich mehr Ballast als Freude bedeutete. Auch Bücher die ich seit Jahren im Regal stehen, aber noch nicht gelesen hatte, wurden ausgemistet. Sie waren immer eine Last, ein schwerer Brocken, der mich daran hinderte Freude beim Lesen neuer Bücher zu empfinden. Oder zumindest dämpfte es die Freude, weil immer dieser Gedanke an das ungelesene Buch im Regal da war und ja, auch der innere Kritiker hatte da einiges an Macht über mich. Jedenfalls war es sehr befreiend die Bücher auszumisten. Jetzt besitze ich noch meine Schätze, Bücher die ich tatsächlich noch lesen möchte und habe viel über mich selbst gelernt.

Ein Jahr später

Mittlerweile lese ich Bücher nicht mehr zu Ende, wenn sie mir nicht gefallen. Ich breche sie einfach ab, denn in der Zeit, in der ich mich durch ein Buch quäle, das mir nicht gefällt, kann ich auch einfach eines lesen, das mir gefällt. Ich habe sogar mittlerweile einen eBook-Reader, obwohl ich nie einen wollte. Doch gerade für die Pausen in der Arbeit fand ich ihn praktisch und nun ist er Teil meines Leserlebens. Vor ungefähr einem Monat entschied ich mich, in unserer Bücherei nach einem Buch zu schauen, bevor ich es mir kaufe. Dabei habe ich festgestellt, wie viele tolle Bücher dort stehen, die ich lesen wollte, und habe mich dort angemeldet. Nun lese ich Bücher aus der Bücherei und bin glücklich mit dieser Entscheidung.

Denn am Ende geht es um das Vergnügen, die Geschichte die man erlebte, die Reisen die man antrat, die Kämpfe die man focht und die Romanzen die man liebte. Doch all dies braucht keine gigantische Sammlung. Es ist ein Befreiungsschlag, das Lesen macht mir endlich wieder so richtig Spaß und ich nehme mir auch tatsächlich wieder mehr Zeit dafür. 💗

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  1. Hallo Barbara,

    was für ein toller Beitrag! 🙂
    Ich habe mich an so vielen Stellen auch wiedergefunden. Auch ich habe als Kind gerne Tais Teng gelesen, aber ich mochte der Dämon aus Eis besonders gerne. 😉
    Und ich habe auch schlechte Erfahrungen mit dem Verleihen von Büchern gemacht und achte jetzt auch sorgfältiger darauf wem ich ein Buch gebe. Bei mir war es allerdings so, das ich die Bücher zuerst nicht wiederbekommen habe.
    Auf jeden Fall ist dein Beitrag ganz wundervoll.

    Liebe Grüße
    Diana von lese-welle.de

    1. Hallo Diana,
      vielen lieben Dank für deinen netten Kommentar.
      Uh! Der Dämon aus Eis? Da muss ich doch gleich mal schauen ob die Bücherei den vielleicht auch hat oder ob ich gebraucht ran komme. Das interessiert mich jetzt.
      Ohje… das tut mir sehr leid für dich. Ich finde es fürchterlich, wenn andere Menschen keinen Respekt vor dem Eigentum eines anderen haben. 😔
      Vielen Dank, es freut mich, dass dir der Beitrag gefallen hat. 💕

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