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Nadelfilzen

22. Oktober 2017

Dieses mal geht es tatsächlich um ein Hobby, mit dem ich vorher nicht SO viel zu tun hatte. Ich hab zwar vor einigen Jahren mal Nassfilzen ausprobiert, aber… nunja wie soll ich sagen, es war eine ganz schöne Sauerei und ich wollte es dann lieber in der trockeneren Variante ausprobieren. Und vor einigen Monaten kaufte ich mir dann die Grundausrüstung, weil ich mir dachte, dass ich dann Spielzeug für die Kater filzen könnte. 🙂

Es geriet in Vergessenheit

Als dann die Zutaten – die im übrigen einen Gesamtwert von knapp 30 € hatten – für mein vermeintlich neues Hobby eintrafen, legte ich es erst mal noch auf die Seite, denn zu diesem Zeitpunkt war ich noch mit der Decke des Prinzen beschäftigt. Und natürlich müssen Dinge erst einmal abgeschlossen werden, bevor neue begonnen werden. Bis ich mit der Decke dann fertig war, hatte ich die Filzsachen bereits vergessen und mit einem neuen Hobby angefangen: Tücher häkeln. Als ich nun letztens auf der Suche nach meinem Skizzenbuch war, stolperte ich über die Filzsachen und dachte an den Spruch den ich zuletzt gelesen hatte:

Das Leben ist zu kurz für irgendwann.

Also nutzte ich die Gelegenheit, las mir im Buch die Grundanleitung durch, schnappte mir ein wenig Wolle, bereitete das Arbeitsfeld vor und nadelte los. Fünf Stunden saß ich da und malträtierte die Wolle bis ich endlich zu einem Punkt kam, an dem ich halbwegs zufrieden war. Der Prinz verglich dieses doch eher geräuschvolle Hobby mit einer Nähmaschine, wohingegen ich es gar nicht so recht mitbekam, aber gut… ich hab mir nebenher auch die ein oder andere Folge meiner aktuellen Serie angeschaut.

Fassen wir mal kurz zusammen

Positive Eigenschaften:

  • Es lindert Stress! Schließlich kann man mit einer (oder mehreren Nadeln) seinen ganzen Frust und Ärger an einem kleinen Wollknäuel auslassen
  • Man erschafft etwas
  • Der Kreativität sind wirklich KEINE Grenzen gesetzt
  • Es ist nicht wirklich eine Sauerei, sieht man von kleinen Flusen ab, die auf dem Tisch entstehen können
  • Man kann theoretisch Katzenspielzeug individuell herstellen. Für uns war es zum Beispiel wichtig, große Spielmäuse zu haben, die für den Kater auch eine reelle Beute darstellen und nicht nur was für den hohlen Zahn. 😉

Negative Eigenschaften:

  • Verletzungsgefahr durch die Nadeln und das soll richtig schmerzhaft sein
  • Sehr zeitaufwändig. Ich habe für die große Filzmaus gute fünf Stunden gebraucht und das ist mir persönlich viel zu lang
  • Man hat lange Zeit nicht so recht das Gefühl vorwärts zu kommen
  • Im Bezug auf Katzenspielzeug: Wenn es so läuft wie bei unserem Kater, ist die kleine Maus nach ca. einer halben Stunde ziemlich zerrupft, weil er sie erst wie eine Beute durch die Gegend geschleudert und „erlegt“ hat – was im übrigen äußerst süß war -, um sie gleich im Anschluß zu putzen bis ihr alle Haare zu Berge standen. Allerdings lösen sich die einzelnen Fasern recht schnell, bedingt durch die raue Zunge der Katzen, und so verschluckt er doch recht viel von der Wolle. Eventuell hätte ich NOCH länger nadeln müssen, damit es eine gewisse Stabilität hat, aber wie gesagt… ich saß ja schon fünf Stunden dran.

Für mich hat sich am Ende herausgestellt, dass es keines meiner Hobbys werden wird. Es hat mir nicht halb so viel Freude und Erfüllung bereitet, wie ich zu Beginn erhofft hatte. Nunja… womöglich dein Glück, denn ich gebe die Grundausstattung nun an meine Leser weiter. Nur weil es mir keinen Spaß bereitet hat, heißt das schließlich noch lange nicht, dass es dir nicht trotzdem gefallen könnte. Daher darfst du bei Interesse gerne mal einen Blick auf die Flohmarktseite werfen. 😉

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  1. So ist es halt manchmal – da muss man Dinge erst ausprobieren, um feststellen, ob sie gefallen oder nicht. Ist doch durchaus legitim. Ich habs noch nie probiert, weiß aber nicht, ob ich die Geduld hätte … nun ja, wird sich eventuell irgendwann zeigen 😉
    Liebe Grüße!

    1. Ganz genau so ist es Carolin und um herauszufinden was mir gefällt, wird jetzt einfach alles ausprobiert, was mich evtl. interessieren könnte. Ich kann mir schon vorstellen, dass Nadelfilzen Spaß macht, aber ich glaube man muss sehr viel Geduld dafür haben und obwohl ich ewig an Decken oder Tüchern häkeln kann, hab ich sie beim Filzen wohl nicht. xD

      Bin schon gespannt ob es dir gefällt, solltest du es mal ausprobieren. 😉

  2. Danke für den Einblick – mit Filzen hab ich mich bislang irgendwie noch nie näher beschäftigt. Musste mir auf YouTube gerade erstmal anschauen, wie Nadelfilzen überhaupt funktioniert… puh, das scheint ja eine ganz schöne Fuppelei zu sein. Respekt, dass du da tapfer 5 Stunden für das Katzenspielzeug durchgehalten hast!
    (Und menno – dass eurer Kater der mühsam gewerkelten Filzmaus dann so flott den Garaus gemacht hat… da hätte er ja ruhig ein bisschen aufpassen können. 😀 )

    Liebe Grüße
    Anne

    1. Ja, ich glaube wenn man es sehr detailliert macht ist es wirklich eine richtige Fummelei. Wobei… wenn ich so darüber nachdenke, war es das mit den Ohren auch schon. ^^“ Nunja, es waren ja glücklicherweise keine gänzlich verschwendeten fünf Stunden, da ich nebenher noch Serie kucken konnte. Stimmt, ein bisschen mehr hätte er aufpassen können. Andererseits war es einfach zu süß, wie er die Maus durch die Gegend geschossen und dann geputzt hat. Blöd nur, dass es nicht ganz so stabil war, wie gedacht und wir sie ihm dann wegnehmen mussten. Aber gut. Jetzt weiß ich wenigstens, dass Nadelfilzen nicht zu meinen Hobbies zählen wird. 😀

  3. Sieht zwar sehr, sehr niedlich aus, allerdings hab ich was das Filzen angeht eh recht hässliche Bilder im Kopf. So unschönes Öko-Zeug… macht das Sinn? 😉
    Würde sicherlich auch nicht eins meiner Hobbys werden…

    Haha und ich kann das Bild eigentlich schon nicht mehr sehen… 😉

    Klar, bei so einer Ausbildung muss man dann einfach Telefonieren! Und irgendwann sinkt die Hemmschwelle… Wenn ich total gezwungen bin, greife ich schon auch zum Hörer, aber bis dahin dauert es eben. Und ich versuche jede Möglichkeit zu vermeiden.

    Ambivertiert?! Was für ein geniales Wort. Das merke ich mir!
    Trifft perfekt zu und jetzt hab ich mal ein Wort dafür. 😉
    Ich konnte mich nämlich nie dem einen oder anderen zuordnen, weil ich wirklich mal so/mal so war…

    Haha, ich hab’s einmal mit Beruhigsmitteln versucht, aber obwohl ich nur die Hälfte einer Tablette genommen habe, war ich total ausgeknockt! Das Fliegen war dann also easy, nur kann ich mich an die ersten zwei Tage im Urlaub nicht mehr erinnern. Ich war tot und wirklich richtig, richtig müde. 😉 Seitdem mache ich darum eher einen Bogen. Vielleicht sollte ich es mal mit ein wenig Alkohol vorher versuchen… aber den trinke ich halt auch nur mäßig gern.
    So lang jemand dabei ist, geht es schon. Es gibt auch mal Flüge, da hab ich mich gut im Griff und bin recht ruhig, aber manchmal… ein Albtraum! 😉

    Hach, könnte sein, dass ich gerade etwas kritischer zu mir bin. Mich nerven ein paar Sachen einfach. Mit denen stehe ich mir selbst im Weg, kann sie aber nicht ganz ablegen. Hab aber irgendwie das Gefühl, dass es an der Zeit dafür wäre.
    Allerdings geht’s mir an sich gut, ich habe keine deprimierte Phase oder so und es besteht kein Grund zur Sorge. 😉

    1. Ja ich glaub ich weiß was du mit dem unschönen Öko-Zeugs meinst. xD

      Echt? Na dann musst du vielleicht ein neues Selbstportrait machen. 😉

      Ja das ist bei mir auch noch so, wenn ich nicht muss, dann lass ich es, aber wenn nichts anderes übrig bleibt, muss ich halt telefonieren. Aber ich kann dieses Problem wirklich sehr gut nachvollziehen. 🙂

      Geht mir genauso. Ich hab mich so erleuchtet gefühlt, als ich ein Video zu diesem Thema sah. Die erste Frage im Video war „Du glaubst, du bist introvertiert, aber so ganz will es nicht passen. Extrovertiert passt aber auch nur in einzelnen Punkten? Dann bist du vielleicht Ambivertiert.“ Und dann kam die Erklärung was das bedeutet. Natürlich gibt es davon sehr viele Versionen und ich habe tatsächlich eher einen größeren introvertierten Teil in mir, aber eben auch extrovertierte Züge.

      Hahaha… ohje du arme. Na dann sind Beruhigungsmittel natürlich nicht das richtige für dich. Ohje. Alles in allem doch recht ärgerlich, aber wenn es für dich soweit klappt und du die Flüge zumindest halbwegs überstehst, dann ist das doch machbar. Vor allem, wenn man so tolle Ziele hat wie du. 😀

      Lass dir Zeit. Irgendwann legst du diese Sachen ganz selbstverständlich ab und wunderst dich später, warum du es als so schwer empfunden hast. :-*

  4. Huhu 🙂
    … sorry dass ich mich erst jetzt melde, aber ich bin derzeit nicht so wirklich aktiv im Netz.
    Dein neuer Blog ist wunderschön, habe ihn endlich bei mir verlinkt!

    Zu deinem Eintrag: Ich finde Filzsachen auch immer sehr ansprechend, und besonders für Kinder niedlich. Selber kann ich gefilztes aber kaum anfassen geschweige denn tragen *Gänsehaut* :“D das ist leider noch nie gegangen.
    Schon krass wie lange das dauert, und wirklich schade, dass die Maus von den Katern gleich zerlegt wurde – aber so sind miezen halt, ne 🙂

    LG

    Mia

    1. Hey Mia. 😀
      Ach du, kein Stress. Man hat manchmal einfach so Phasen. 😉 Freut mich zu hören. *hihi*

      Es gibt wirklich schöne Filzsachen, also gerade auf Pinterest denk ich mir immer „OOOH WOW!“ und jetzt wo ich weiß wie viel Arbeit das ist erst Recht. *haha*
      Ja… so sind sie halt die Katerchen. Ist auch an sich nicht so schlimm, nur auch schade für sie, weil es ihnen damit so viel Spaß gemacht hat. Aber wir möchten nicht, dass sie zu viel von der gefärbten Wolle verschlucken. Naja… Versuch macht „kluch“ ne? ;P

  5. Das ist richtig süß und dein Beitrag ist großartig.

    Es ist richtig großartig, das du dir so viel Mühe gemacht hast, das alles aufzuschreiben 😉

    Wie du gesagt hast, kann es sehr beruhigend sein und Stress abbauen, wenn man damit arbeitet.

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